Wie „Train of Hope – Flüchtlingshilfe“ Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützt
Während der Kauf von Lebensmitteln für tausende Menschen mit Fluchterfahrung, denen monatlich finanziell nur die Grundversorgung zur Verfügung steht, eine große Herausforderung darstellt, entsorgen Produzent:innen und Handel täglich große Mengen an Lebensmitteln, die nicht verkauft werden können.

Um das Potential der verschwendeten Lebensmittel zu nutzen, etablierte die Organisation „Train of Hope – Flüchtlingshilfe“ in den letzten Jahren das Projekt „Food of Hope – Tafel für Geflüchtete“ und stellte mit den Community Meals kostenlose warme Mahlzeiten zur Verfügung. 2025 wurden damit zumindest 2.000 Personen mit mindestens 50.000 kg geretteten Lebensmitteln unterstützt. Bei den Community Meals konnten 2025 90.000 Mahlzeiten vergeben werden.
Menschlichkeit und soziale Verantwortung im Fokus
Es gibt bereits etliche Organisationen, die im Rahmen von Tafeln und Sozialmärkten Lebensmittel an armutsbetroffene Personen weitergeben - der Bedarf ist aber noch lange nicht gedeckt. Während in Wien die Kapazität oftmals erschöpft ist und der Unterstützungsbedarf von armutsbetroffenen Personen stetig zunimmt, bieten Produzent:innen laufend große Mengen an Lebensmitteln an.

„Es ist ein Paradox: wir leben in einer Gesellschaft des absoluten Überflusses und doch ist Ernährungsarmut für viele Menschen eine tägliche Realität. Unsere Projekte zur Lebensmittelweitergabe verbinden genau diese zwei Extreme – sie verwandeln Verschwendung in ganz pragmatische Unterstützung. Denn man darf nicht vergessen: Integration kann nicht funktionieren, wenn Menschen hungern. Wer sich jeden Tag Sorgen machen muss, wie er sich und seine Familie satt bekommt, hat keine Kraft für Sprachkurse oder die Jobsuche. Indem wir überschüssige Lebensmittel retten und gezielt weitergeben, lindern wir diese existentielle Not. Wir schaffen damit ein sicheres Fundament und die nötige Ruhe, damit Menschen, die alles verloren haben, überhaupt erst wieder nach vorne blicken und hier ankommen können“, erklären Nina Andresen & Manuela Ertl, die beiden Geschäftsführerinnen von Train of Hope.
Menschen mit Fluchterfahrung stehen im Rahmen der Grundversorgung maximal 260 Euro monatlich zur Verfügung. Train of Hope unterstützt sie mit unterschiedlichen Projekten. Bis zu 400 Personen kommen hier täglich vorbei und bekommen Kleidung, warmes Essen, Lebensmittel, Sprachkurse, Sportkurse oder einfach Sozialkontakte zu anderen Menschen.
Unterstützung für Geflüchtete und Menschen in Not
Bereits seit 2015 betreut der Verein Train of Hope Menschen mit Fluchterfahrung im Rahmen vielfältiger Projekte. Im Jahr 2022 wurde das Angebot um die Lebensmittelweitergabe erweitert. Seit 2024 ist der Verein Train of Hope Mitglied im Verband der Österreichischen Tafeln und sein Engagement in diesem Bereich weiter ausgebaut.

Im 15. Wiener Gemeindebezirk in der Nähe der Mariahilfer Straße befindet sich das Community Center. Über 4 Stockwerke verteilen sich die Hilfsprojekte – während sich im Erdgeschoss eine Lounge mit Kaffee und Kuchen befindet, bekommen Hilfesuchende im 1. Stock warmes Essen, im 2. Stock finden sie Kleidung in der, liebevoll genannten, Boutique und auch Kinderspielzeug ist hier zu finden und im obersten Stockwerk werden Kurse und eine kleine Bibliothek angeboten.
Lebensmittel-Ausgabe im 23. Bezirk
Im 23. Bezirk befindet sich eine weitere Ausgabestelle von „Food of Hope – die Tafel für Geflüchtete“. Der Fokus liegt hier auf der Weitergabe von Lebensmitteln. Beim Ausbau wurde der Fokus auf die Schaffung von Infrastruktur zum Kühlen und Tiefkühlen von Lebensmitteln gelegt. Denn bei bestehenden Tafeln werden oft aufgrund von mangelnden (Tief)-kühlkapazitäten nur wenige dieser Lebensmittel angenommen und das Potential, Lebensmittelspenden zu lukrieren, ist groß.

Um diese Lücke zu schließen und Produkte zu kühlen, wurde im Rahmen des Projekts eine Kühlzelle und eine Tiefkühlzelle für die Lagerung größerer Mengen gespendeter Lebensmitteln eingebaut. Darüber hinaus wurde die Ausgabestelle um Lagerregale ergänzt, die für Trockenware und Konserven genutzt werden können.
„Bei Food of Hope geht es um mehr als das reine Sattwerden – denn Lebensmittelhilfe muss auch die Seele erreichen. Durch eine breite Produktpalette ermöglichen wir den Menschen das Wichtigste: eine eigene Auswahl und damit ein Stück Selbstbestimmung. Wenn Familien sich selbst aussuchen können, was im Korb landet, gibt ihnen das ein Gefühl von Alltag und Würde zurück. Und dazu gehören zum Beispiel auch Süßigkeiten oder Knabberzeug. Das sind oft die ersten Dinge, an denen im Alltag gespart werden muss. Ein Stück Schokolade löst zwar keine Probleme, aber es ist Seelennahrung, die in einer schwierigen Lebenssituation für einen kurzen Moment der Unbeschwertheit sorgt“, Nina Andresen, Geschäftsführerin von Train of Hope.
Täglich warmes Essen
Seit 2023 wird im Community Center von Train of Hope täglich gekocht. An sieben Tagen pro Woche holen Freiwillige die Speisen und Lebensmittel bei den weitergebenden Unternehmen ab. Insgesamt kommen so rund 142.447 kg im Jahr zusammen. Wöchentlich werden rund 1.600 Portionen kostenloses warmes Mittag- und Abendessen vor allem für aus der Ukraine geflüchtete Personen ausgegeben.

Fast alle, die in der Küche und in den anderen Stockwerken mithelfen, sind selbst Geflüchtete. Täglich sind es über 30 Ehrenamtliche, die hier mithelfen.
„Die Community Meals werden von einem ehrenamtlichen Team zubereitet, in dem sich auch viele Freiwillige aus der Zielgruppe selbst engagieren. Das Projekt lebt von diesem gemeinsamen Anpacken: Menschen mit Fluchterfahrung nehmen nicht nur Hilfe in Anspruch, sondern gestalten das Angebot aktiv mit. Der eigentliche Mehrwert geht weit über die warmen Mahlzeiten hinaus – es ist die Gemeinschaft, die dadurch entsteht und neue Perspektiven eröffnet,“ Nina Andresen, Geschäftsführerin von Train of Hope.

Gemeinsam Hoffnung schenken
Projekte wie Food of Hope und die Community Meals zeigen, wie viel durch gemeinsames Engagement bewegt werden kann.
Beide Projekte werden mitfinanziert durch die Abfallvermeidungs-Förderung der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen.
Über die Förderung:
Die Abfallvermeidungs-Förderung der Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen bietet Fördermittel für innovative Projektideen zur Abfallvermeidung mit hohem Maß an Freiheit und einer einfachen Förderabwicklung.
Die VKS Verpackungskoordinierungsstelle gemeinnützige GmbH, verwaltet die Mittel zur Förderung von Abfallvermeidungsmaßnahmen treuhändisch und als unabhängiger Dritter.